Ein Blick über den Ozean lohnt immer – und gerade hinsichtlich Social Media sind die USA sicherlich immer wieder ein Blick wert. Wenn sich der amerikanische und der deutsche Markt auch in vielerlei Hinsicht unterscheiden und nicht die Neuerungen hier so bereitwillig aufgenommen haben. Dennoch kommen weiterhin viele Entwicklungen über den großen Teich.
So lohnt es sich, doch einmal einige Homepages von den doch sehr unterschiedlichen Kirchen und Gemeinden in den Blick zu nehmen: Wie integrieren sie Social Media? Welche Medien nutzen sie und welchen Content stellen sie zur Verfügung? Was können wir von ihnen lernen?

Und hier die Kategorien, mit denen ich zukünftig auf kirchliche und religiöse Seite schauen möchte:

Gesamteindruck von der Startseite

Grafische Umsetzung der Seite

Menüführung

Aktualität

Nutzung von Bildern/Filmen

Social Media Kanäle

Falls noch jemand etwas vermisst – ich bin gerne bereit mein Raster jederzeit zu verändern und freue mich auf entsprechende Ergänzungen.

Nun aber zu unserer heutigen Gemeinde – wie oben beschrieben aus den USA. Ich habe gelesen, dass sie zu den gemeinden mit dem besten Social Media Auftritten gehört.

https://marshill.org/

Gegründet wurde diese Gemeinde von Pastor Mark Driscoll in Seattle. Von Gemeinde kann man eigentlich nicht sprechen – hinter Mars Hill verbirgt sich eine der Megachurches in den USA mit vielen Gemeinden über das Land verteilt.
Inzwischen ist diese Kirche durch eine schwere Krise gegangen. Es gab Konflikte mit dem Gründer und ein großer Teil der Mitglieder hat die Kirche verlassen. Dennoch wurde der Internetauftritt zusammen mit den Social Media Kanälen 2o13 zu den besten kirchlichen Online-Angeboten gekürt. Zeitweise haben sich 260.000 Menschen Woche für Woche die per Podcast gesendeten Predigten angehört.

1. Gesamteindruck

Die Startseite teilt sich in zwei Teile auf. Im oberen teil mit weißem Hintergrund befindet sich ein Slider, der auf verschiedene Angebote hinweist. Der untere kleinere teil mit schwarzem Hintergrund lädt auf die Social Media Kanäle ein und beinhaltet wesentliche Teile des Menüs.
Der Slider ist relativ langsam, dadurch kommt nicht zu viel Bewegung auf die Seite. Die Bilder zu den Veranstaltungen sind stimmig – man merkt: auch wenn sich die Gemeinde dezimiert hat: es ist noch Geld genug für einen Grafikdesigner vorhanden.
Die Seite wirkt modern ohne jugendlich zu sein. Sie spricht sicherlich ein gehobeneres Publikum mit akademischem Hintergrund an.

2. Grafische Umsetzung der Seite

Einiges habe ich unter Punkt 1 schon gesagt. Die Seite ist professionell eingerichtet und wird auch so fortgeführt. Verwirrend ist es, wenn die Texte, die in dem Bereich mit weißem Hintergrund gezeigt werden so lang sind, dass der untere schwarze Bereich nicht sofort zu sehen ist. Dann verliert man ein wenig die Orientierung. Noch etwas: es ist auf einigen Unterseiten eine wirkliche Textwüste und dann auf meinem Bildschirm auch noch viel zu klein.

3. Menüführung

Da das Menü im unteren Drittel zu finden ist, verliert man es bei längeren Texten aus dem Blick. Das finde ich nicht gut gelöst. Ich musste erst länger herunterscrollen, bis ich das Menü fand. Ansonsten fand ich mich gut zurecht. Die Seite ist aber auch nicht hochgradig komplex.
Ich muss mich gerade mal selber korrigieren: ein Heureka-Erlebnis hat mich erkennen lassen, dass es im oberen Bereich auch noch ein umfangreiches Menü gibt: Gottesdienstzeiten, die Bilder und Infos zu den dort arbeitende Personen und einige Infos zur Gemeinde. Diese Infos sind auf allen Seiten immer an der gleichen Stelle zu finden. Hier hat man offensichtlich klare Prioritäten gesetzt.

4. Aktualität

Ich habe nichts gefunden, dass älter war und nicht dahin gehörte. Alles super!

 

5. Nutzung von Bildern und Videos

Die Bilder sind für kirchliche Einrichtungen unserer Breitengrade unüblich – haben wenig kirchlichen Charme… was ja nicht schlecht sein muss. Insgesamt aber ist die Bedeutung von Bildern und Videos nicht sonderlich hoch. Die Seite ist insgesamt eher minimalistisch angelegt.

 

6. Social Media Kanäle

Facebook: es wird sehr rege gepostet – in der Regel zweimal am Tag. Die Reaktionen sind verhalten. Es wird geliked und auch schon mal kommentiert. Hier aber liegen eindeutig noch Potentiale, die nicht genutzt werden. Immerhin haben sie über 7400 Fans – da müsste eigentlich richtig was los sein können.

Twitter: Die Inhalte entsprechen denen des Facebook-Auftritts. Über 5000 Follower und dafür viel zu wenige Reaktionen.

Die anderen Verlinkungen bei den Social Media Kanälen haben mit Communities nichts zu tun – es sind eigentlich nur Verlinkungen zu anderen Seiten.
Fazit: Frisches Auftreten, für meinen Geschmack zu viel Text und ein verschenktes Potential bei Facebook und Co.