10 Tipps für Ihr Praxismarketing

 

Sie haben den Traum von einer eigenen Praxis nach Beendigung ihrer langjährigen Aus- oder Fortbildung. Sie haben gelernt mit Fragen, Problemen, Störungsbildern oder Krankheiten umzugehen, Interventionen einzuleiten, Unterstützung zu geben, kennen sich mit Diagnoseverfahren aus und sind in der Lage, therapeutische Maßnahmen, Beratungssitzungen und Therapieverläufe zu planen.
Das alles liegt hinter Ihnen. Jetzt geht es um die Frage: Wie komme ich an Klienten oder Patienten?

Ich habe selber zwei Praxen für Beratung aufgebaut – zwei, da ich einmal umgezogen bin und ich dann wieder ganz vor vorne anfangen musste. Bei meiner ersten Praxis gab es Social Media noch gar nicht. Marc Zuckerberg drückte noch die College-Bank und Google stand erst in den Startlöchern.
Bei meiner zweiten Praxis-Eröffnung war es schon ganz anders. Facebook und Google waren wichtig, eine Homepage selbstverständlich auch. Doch ich selber habe noch zu wenig davon verstanden, auch wenn ich immer eine große Affinität zu allen online Angeboten hatte.

Hier will ich Ihnen erzählen, womit ich mir das Leben hätte einfacher machen können, hätte ich damals das gewusst, was ich heute weiß. 10 Tipps für das Praxismarketing gebe ich Ihnen, die ich heute unbedingt beachten würde:

1. Rufen Sie einen Blog ins Leben

Das Zentrum aller Bemühungen ihres Praxismarketings muss die eigene Homepage sein. Nur hier haben Sie volle Kontrolle über ihre Daten und das Erscheinungsbild. Durch einen Blog, bei dem Sie ihre Kompetenz deutlich machen und die potentiellen Klienten und Patienten ansprechen, können Sie eine hohe Bindungsrate erzielen. Und darum geht es ja, dass Menschen immer wieder gerne Ihre Seite anschauen. Wenn man nur Ihre Adresse auf Ihrer Homepage finden kann, motiviert das nicht, die Seite häufiger zu benutzen.

2. Erzählen sie nicht von sich

Das ist jetzt sehr übertrieben. Worum es geht ist Folgendes: Berichten Sie nicht von all ihren Fortbildungen und Kenntnissen, von all den Büchern, die Sie gelesen haben. Gehen Sie auf die Aspekte ein, die Ihre Zielgruppe interessiert nämlich das, was sie zu Ihnen führt. Das sind Probleme, Krankheiten, Fragen und Sorgen. Davon sollten Ihre Beiträge handeln und davon, wie Sie dabei helfen können. Dann fühlen sich Ihre Patienten und Klienten angesprochen.

3. Mit gezielter Werbung die Menschen auf Ihre Seite holen

Werbung bei Google oder Facebook können sich für Sie sehr lohnen. Es gibt keinen anderen Werbekanal, bei dem man die Zielgruppe so genau und detailliert bestimmen kann und damit Streuverluste meidet. Das Spart nicht nur Geld, sondern macht den Erfolg Ihrer Kampagne direkt messbar.

4. Ihre Kleidung ist Teil des Marketings für ihre Praxis

Meine feste Überzeugung – aus Erfahrung gewachsen: Praxismarketing ist eine sehr umfassende, man kann auch sagen ganzheitliche Angelegenheit. Deshalb ist ihre Kleidung bei der Beratung, Therapie oder Sprechstunde ebenso ein Teil Ihres Marketingplanes.
Ich trage gerne Kapuzen-Shirts – aber während meiner beraterischen Tätigkeit habe ich darauf verzichtet. Es ließ mich für einige Klienten weniger kompetent aussehen. Heute arbeite ich im Online Marketing – Kapuzen-Shirts sind dort Standart. Möchten Sie eine Zielgruppe ansprechen, die im oberen Viertel der Gesellschaft angesiedelt ist oder Menschen, die ungelernt sind und wenig verdienen? Besteht Ihre Zielgruppe aus ökologisch sensiblen Menschen? Sind es eher Banker? Frauen? Männer?
Ihre Kleidung sollte sich bis zu einem gewissen Grad daran anpassen. Natürlich müssen Sie sich in der Kleidung auch wohl fühlen.

5. Der AB – Ihre Stimme erzählt mehr, als sie wollen

Viele haben einen Anrufbeantworter und besprechen diesen. Hören Sie sich ihre Aufzeichnung immer mal wieder selber an und holen Sie sich Rückmeldung von anderen. Die Stimme auf dem AB ist das erste, was viele Klienten und Patienten von Ihnen ganz persönlich mitbekommen. Stimmfarbe und Wortwahl sollten passen.

6. Flyer – völlig überschätzt

Ja, ich hatte auch Flyer – und was für welche. Ich hatte gleich mehrere und hatte auch Info-Karten. Ich wollte es wirklich wissen und habe viel Geld in solche Werbemittel verpulvert. Flyer sind wichtig, aber sie sind völlig überschätzt. Es gib nämlich nur ganz wenige Orte, wo nur Ihr Flyer liegen wird. Meistens gibt es Orte, wo schon 50 andere ihre Flyer ausgebreitet haben. Sie sind dann vielleicht der 51. Mit Flyern werden Sie eine Praxis nicht zum Laufen bringen. Flyer machen Sinn, wenn Sie sich als Berater bei einem Arzt vorstellen und diesem Info-Material geben wollen, das er weiter gibt.

7. Kostenlose Angebote

Womit ich Erfolg hatte: Ich habe kostenlose Angeboten zu ganz unterschiedlichen Themen gemacht. Ich habe mir einfach meine Ausbildungsunterlagen genommen, mir ein Thema ausgesucht und mit dem vorhandenen Material ein Abend gestaltet. So konnten sich meine potentiellen Klienten ein Bild von mir machen, ich konnte meine Kompetenz zeigen und die Zeitung hat sogar meine Veranstaltung veröffentlicht (nicht immer, allerdings).
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8. Facebook geht nicht ohne Werbung

Wer eine eigene Seite für die eigene Praxis auf Facebook einrichten will sollte das wissen: Ohne Werbung wird das nicht funktionieren. Facebook will Geld verdienen und hat deshalb so genannte Facebook Seiten für Unternehmen (also nicht die privaten Accounts) so eingerichtet, dass sie nur dann eine relevante Reichweite bekommen, wenn Sie bei Facebook eine Anzeige schalten. Das muss dann gar nicht teuer sein. Aber ohne eine solche Anzeige wird es meistens nicht gehen.

9. Praxismarketing ist Arbeit

Sollte es Ihnen so ergehen, wie mir am Anfang, dann sage ich Ihnen jetzt: Marketing ist harte Arbeit und braucht Zeit. Gerade im Bereich von Beratung und Therapie wollen die meisten keine Werbung nutzen, die wie Werbung aussieht und schrill, laut und störend ist. Marketing braucht Persönlichkeit, ist mein Motto. Das heißt, es muss passen, zu Ihnen und Ihrem Tun. Und es braucht einen Menschen, der dahinter steht: Sie. Der Erfolg wird nicht von heute auf morgen kommen.

10. Ein gutes Marketingkonzept stärkt Sie

Als ich mein Konzept für mein Praxismarketing erstellt hatte, fühlte sich das richtig gut an. Ich wusste nicht nur, wo ich welche Flyer auslegen werde, welche Farben für mich wichtig sind, wie meine Domain lauten wird und welche Menüpunkte meine Homepage haben wird. Vor allem wusste ich, warum ich das alles mache und das hat mir ein richtig gutes Gefühl gebeben, das mich die ganze Zeit getragen hat. Marketing ist mehr, als nur für Klienten und Patienten zu sorgen: Praxismarketing schafft Erfolg auf unterschiedlichen Ebenen und stärkt Sie.
Was ist Ihre Erfahrung mit Praxismarketing und Werbung als Berater, Coach, Heilpraktiker, Physiotherapeut oder was auch immer? Was empfehlen Sie für das Marketing für ihre Praxis?