Märchenhaftes Selbstmarketing – oder warum Aschenbrödel den Prinzen bekam

 

Was kann ein Personal Branding bringen, wie kann Selbstmarketing helfen. Anhand von einigen bekannten Figuren – teils aus der fiktiven, teils aus der non-fiktionalen Welt möchte ich Ihnen in mehreren Artikeln verdeutlichen, wie hilfreich Selbstmarketing für Sie sein kann. Immer dann, wenn Menschen Ziele erreichen wollen, wenn von Erfolg und Gewinn gesprochen wird, wenn die eigene Situation verändert, am besten natürlich verbessert werden soll, kann ein Blick durch die Marketingbrille hilfreich sein. So auch bei unserer heutigen Protagonistin.

 

Beginnen wir mit Aschenputtel. Sie kennen die Geschichte, nicht wahr?

Es ist einerseits die Geschichte eines Mädchens, das zur Prinzessin wurde, die ihre bösen Stiefschwestern und ihrer bösen Stiefmutter ausgesetzt war, in Asche schlafen musste und durch wundersame Hilfe den Mann des Herzens fand.
Es ist aber auch die Geschichte einer Frau, die durch Selbstmarketing und Fremdattribution, sowie durch den richtigen Riecher für die Gunst der Stunde zum Erfolg kam.
Die Ausgangssituation war dabei alles andere als günstig. Sie lebte zunächst mit ihrem Vater und ihrer Mutter, bis diese starb. Danach waren ihr Vater und sie alleine, bis dieser sich eine neue Frau nahm und damit zugleich zwei Stiefschwestern Einzug hielten. Die Konkurrenzsituation hat sich also für dieses Mädchen radikal verändert. Bisher hatte sie eine Monopolstellung, konnte sich der alleinigen Aufmerksamkeit des Vaters gewiss sein. Bis dann plötzlich andere Player auf den Markt der Aufmerksamkeit und der Anerkennung stießen, die in bisher ungewohnter Art und Weise und durch ethisch bedenkliche Formen die Marktbeherrschung anzielten und nach kurzer Zeit auch gewannen. Aschenputtel war auf diese neue Konkurrenzsituation nicht vorbereitet. Zu lange hatte sie sich vermutlich auf ihrer Monopolsituation ausgeruht und nicht damit gerechnet, dass andere Anbieter auf dem Markt erscheinen würden. Das ist ein typischen Phänomen von marktbeherrschenden Unternehmen. Man fühlt sich sicher und rechnet nicht mit wirklicher Konkurrenz. Bis dann eines Tages jemand mit einer ganz anderen Herangehensweise kommt. So erlebt es die Taxi-Branche derzeit mit dem Startup Uber.

Aschenputtel wurde also kurzerhand von der ersten Marktposition auf die letzte verwiesen – der Absatz brach radikal ein, die Gewinne schrumpften gegen Null.
Es war die Zeit für Aschenputtel gekommen, am eigenen Branding zu arbeiten. Ihre Tagline: “als einzige Tochter bin ich die Königin” war ungültig geworden. Zwar liebte sie Ihr Vater weiterhin, jedoch schwand die Bedeutung dieser Zielgruppe nachhaltig. Man kann die Situation mit einem Konkurs vergleichen, bei dem schlimmstenfalls alles zusammenbricht und das Unternehmen ganz neu aufgestellt werden muss – vor allem auch finanziell.

 

Wie konnte Aschenputtel nun ihr Selbstmarketing neu aufbauen? Woher kann sie neue Impulse bekommen?

Wie so oft war es eine Ansammlung von Glück und Können. Durch wundersam wirkende Kräfte bekam Aschenbrödel jeweils zur rechten Zeit neue Investoren, die ihr die entsprechende Geschäftsausstattung ermöglichten, bestehend aus: Aufräumarbeiten (“die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen”), und Geschäftskleidung (“Bäumchen rüttel dich und schüttel dich, wirf Gold und Silber über mich”). Außerdem hielt Aschenputtel konsequent an ihrer eigenen Markenethik fest, die im Gegensatz zu der Ethik der beiden Stiefschwestern stand. Diese beiden Aspekte bildeten dann auch die Grundlage für ihren Erfolg und die Rückeroberung ihrer Monopolstellung.

Gerade die Treue zur eigenen Ethik ist ein wichtiger Baustein, der zu einem hohen Grad an Authentizität führt.
Wäre Aschnputtel in die Marketingberatung gekommen, hätten wir folgende Punkte vermutlich festgehalten:

 

Zielsetzung des Selbstmarketings

Erstellen eines neuen Brandings auf der Grundlage bisheriger ethischer Überzeugungen

Leidenschaft

Liebe zum Prinzen

Zielgruppe

die bisherige Zíelgruppe (Vater) wurde durch eine neue (Prinz) definiert und analysiert (mag schöne Kleider, sucht Prinzessin, will geliebt werden)

 

SWAT-Analyse

Stärken
Ethik
Gespür für den rechten Augenblick
Hartnäckigkeit
ist sehr hübsch
neue Investoren gewonnen
handelt aus Leidenschaft

 

Schwäche
schlechte Marktposition
familiäre Ressourcen sind weggebrochen
feindliche Übernahme hat stattgefunden

 

Chancen
Prinzessin werden
durch Schönheit und Ethik gewinnen
authentisch sein

 

Risiken
sie lernt den Prinz nicht kennen
Mitkonkurrentinnen handeln unethisch

 

Auf dieser Grundlage kann Aschenputtel dann entsprechende neue Kleidung erhalten und auf dem Markt (Fest im Schloss) im neuen Gewand und neuem Branding eingeführt werden.

Durch Verknappung (Aschenputtel entzieht sich) wird eine Handlungsmotivation erzeugt (Prinz sucht sie).Dabei kann sie geschickt einen Anker etablieren, der stets auf das Branding “Aschenputtel” hinweist und sie unverwechselbar macht.
Die bisherige Konkurrenz meint zwar, durch kurzfristiges Angleichen zur Persönlichkeitsmarke “Aschenputtel” könne der Prinz in die Irre geführt und zu einem Kauf der eigenen Marke veranlasst werden. Der Prinz jedoch ist inzwischen soweit auf das Aschenputtel-Branding fokussiert, dass er den offensichtlichen Betrug erkennt. Authentizität ist eben alles!
Durch die Heirat mit dem Prinzen ist die Markthandlung vollzogen worden. Aschenputtel hat wieder die Monopolstellung und kann nun ihr Branding zur Prinzessin weiterentwickeln und das neue Ziel direkt anvisieren: Königin werden.

 

Was kann man jetzt daraus lernen?

  1. Rechnen Sie immer mit der Konkurrenz oder den Mitbewerbern!
  2. Monopolstellungen können schnell beendet sein
  3. Bleiben Sie bei Ihrer Ethik!
  4. Seien Sie bereit, Ihr Branding anzupassen.
  5. Ohne Leidenschaft gelingt es nicht
  6. die Personenmarke sollte stets authentisch sein und keine Kopie

 

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